Jahresrückblick 2020 RTC DSD

Recap 2020

Ja, wir sind etwas spät dran. Der Murmeltiertag war schon am 2. Februar. Aber so läuft es halt, wenn jeder Tag dem davorliegenden Tag gleicht. Aufstehen, Pippi machen, rüber ins Home Office, Küche und das war’s in etwa. Tschüss 2020. Hallo 2021. Egal. Macht ja eh keinen Unterschied. Und dann auch noch der Jahresrückblick. So wie jedes Jahr. Langweilig. Jahresrückblick kann sowieso jeder. Deshalb hier ein Twist: Vorhersagen sind der Goldstandard der Chronisten. Und wir, der RTC dasimmerdabei 04 e.V., wäre nicht der glorreiche und unangefochten sympathischste Radsportverein Kölns, würden wir uns nicht dieser Herausforderung annehmen.

Ein schlauer Mensch (oder vielleicht auch zwei) haben dereinst gesagt: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Wir glauben, diese Aussage ist schwer zu torpedieren. Wie unschuldig waren wir noch vor einem Jahr, wie naiv! Hätte uns jemand Anfang 2020 gesagt, dass wir einen Großteil des Jahres zu Hause verbringen, dass die Restaurants, Cafés und Bars geschlossen sind oder dass die Rampensau nicht wie in den all den Jahren zuvor (also in 2019) stattfinden kann, wir hätten es nicht geglaubt.

Und wenn wir heute in die Zukunft schauen? Werden wir uns als DSD erneut selber feiern können, so wie in 2020? Diese Frage haben wir uns gestellt und mit der uns so eigenen Bescheidenheit möchten wir sagen: Der DSD hat dieses ach so unglückliche Jahr 2020 erst lebenswert gemacht und wird das selbstverständlich auch in 2021 schaffen! 😉

Vor geraumer Zeit haben wir fabuliert, dass der DSD ein Zusammenschluss von Individualisten ist, bei dem Du im Zweifel ein Stück deiner eigenen Identität aufgeben, allerdings dafür den Schutz, die Liebe und die Nestwärme einer tollen Gemeinschaft erfahren wirst ©. Wie hellseherisch, wie passend für das zurückliegende Jahr, in dem irgendwie doch jeder für sich war, wir aber dennoch einen Rahmen geschaffen haben, so dass sich niemand einsam fühlen musste. Wir boten Raum für Konversation, im virtuellen DSD Pub Quiz. Die Rampensau wurde inmitten der Planung obsolet, doch konnten wir mit der Rampensau Challenge (mit Hilfe des Segmentcups) einen adäquate Alternative schaffen, die uns nicht unerhebliche Sympathien eingebracht hat. (Wer die grandiose Strecke noch einmal befahren möchte: Bitteschön!)

118 Teilnehmer hatten sich die Challenge vorgenommen, doch genau wie bei jeder beinharten Prüfung im Leben, sind einige der Starter auf der Strecke geblieben. Ganze 82 Sportler haben es in die finale Wertung geschafft. Am Ende konnten wir sogar eine coronakonforme Siegerehrung durchführen.

In einem kurzen Zeitfenster waren gar Ausfahrten in Kleingruppen möglich, die wir genutzt haben, um die Veloküchenrunde aufleben zu lassen und sogar unserem höchst eloquenten Präsidenten eine gestaffelte Ausfahrt zum runden Geburtstag zu ermöglichen. Er lebe hoch, dreimal hoch! (Anm. der Redaktion: Nun darf er an Ü30 Partys teilnehmen.)
Für alle, die komplett alleine oder zu zweit unterwegs waren, haben wir wie bei Hänsel und Gretel Brotkrumen ausgelegt, damit sich niemand verirrt. Um aber keine Umweltsauerei zurück zu lassen geschah das ebenfalls virtuell (Komoot Collection).

Als Prognose und mit Blick in die Zukunft stehen für 2021 zwei Optionen im Raum:

Option 1: Einige Mitbürger sind renitent und lassen sich nicht impfen und auch keinen Chip implizieren. Dann bleibt der ganze Käse so wie er ist und wir werden wohl oder übel in dem aktuellen Modus bleiben. Niemand tangiert den anderen und die Rampensau wird erneut als Together Alone Challenge ausgetragen. Dann wäre auch wieder Kreativität gefragt, um neue Formate ins Leben zu rufen. Vorschläge haben wir zuhauf von den Mitgliedern eingesammelt. Unser Glas ist also halbvoll. Auch wenn es nicht signifikant besser wird, es wird jedenfalls nicht schlechter kommen.

Option 2: Es kommt der Tag an dem die Maskenpflicht aufgehoben ist. Alle Menschen liegen sich in den Armen und Plexiglasscheiben werden eingerissen, wie damals die Berliner Mauer.

Fragen wir die Basis, welche Erwartungen und Hoffnungen wir an das neue Jahr haben, so hoffen wir wieder hemmungslos in Gruppen fahren zu können, danach das redlich verdiente Bier trinken und uns freudetrunken in den Armen liegen. Wir werden eine Ausfahrt mit allen Mitgliedern nach Ommerborn machen und der Fotograf muss unten im Ort bleiben, damit er diese Riesengruppe, die mittlerweile 130 Mitglieder zählt, überhaupt ins Bild bekommt.

Auf jeden Fall kommen wir in 2021 in neuen und frischen Gewändern daher. Auch wenn Orange der bestimmende Farbton bleibt, so folgen wir doch dem Trend zu dezenteren Radtrikots, wobei sich über Geschmack bekanntermaßen trefflich streiten lässt. Laut dem Alpina-Farb-Psychologie-Ratgeber liegen die beiden Lager aber dann doch gar nicht so weit auseinander:

  • Orange: “Sie sind ein Freigeist, der das Abenteuer liebt, sich im Kreis von Freunden erst richtig wohlfühlt und das Leben meist mit einem Augenzwinkern betrachtet.”
  • Schwarz: “Schwarz wirkt mystisch, nicht greifbar, es entzieht sich jeder Zuordnung – genau wie seine Träger, die sich nur ungern in eine Schublade stecken lassen.”

Wer hätte das gedacht?

Wir hoffen und glauben aber fest daran, dass wir nächsten Jahr wieder eine große gemeinsame Weihnachtsfeier mit ohne Masken und dafür aber mit Klammerblues veranstalten werden. Auch wenn die gestaffelte und virtuelle Weihnachtsfeierkeksabholung eine ziemlich gelungene Sause war. (Der ein oder andere Teilnehmer hätte jedenfalls am Tag danach, auch dank der Glühweintheke in der Stormstraße, keine Bestzeit geholt.) Mit Abstand betrachtet ist zusammen feiern dann doch irgendwie am schönsten.

Wir prognostizieren weiterhin: Der DSD ist fürderhin stabil auf Wachstumskurs. Wir starteten mit 129 Mitgliedern in das neue Jahr und es kommen ständig neue hinzu. (Anm. der Redaktion: Wenn dieser Artikel dereinst veröffentlicht sein wird, ist die Mitgliederzahl schon wieder angewachsen.) Gefragt nach der Motivation dem DSD beizutreten wurde erstaunlich oft das Adjektiv sympathisch genannt. Von den Neuzugängen haben einige auch in diesem Jahr erst das Radfahren als Sport entdeckt. Wie beneidenswert. So besteht die Möglichkeit dereinst auf dem Sterbebett zu behaupten, dass die komplette Radsportkarriere im (sympathischen, glorreichen) RTC dasimmerdabei 04 e.V. begangen wurde. Die nachfolgenden Generationen werden berichten können, ob der Verein auch auf dem ein oder anderen Grabstein Erwähnung findet und verewigt wurde. (Anm. der Redaktion: Uns ist nicht bekannt, dass der DSD schon einmal als Tattoo gewürdigt wurde, obwohl einige der Mitglieder recht farbenfroh erscheinen, sobald die Sonne rauskommt. Vielleicht werden wir demnächst einen entsprechenden Wettbewerb ausloben…)

Mindestens eine Konstante wird allerdings bleiben, denn unsere Umfrage unter allen Mitgliedern hat ergeben, dass Canyon als Radhersteller sowohl das Beliebtheitsranking, als auch die Aversions-Top-Ten anführt. Canyon wird entweder geliebt oder gehasst. Dazwischen scheint nicht viel Raum für Graustufen zu sein, auch wenn die Räder als Geschenk willkommen wären. Geschenkter Gaul und so… Da die Vorlieben für oder gegen eine Marke häufig auch Glaubenssache ist, lassen wir das die Profis mit wissenschaftlich unwiderlegbaren Algorithmen beurteilen.

Was ziemlich sicher ist: Die Haare sind prachtvoll, wie lange nicht mehr. Und wer weiß, vielleicht wird Bayern München auch wieder Meister. 🤷

Wir beschließen diesen als Ausblick getarnten Jahresrückblick mit einem Zitat eines Sportlers, der sich auch den Ruf eines Kölner Sympathieträgers erworben hat: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.“ – Lukas Podolski (vielleicht war das Zitat aber auch dem Wittgenstein seins).

 


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